Tagebuch zum A-Wurf

04.04.2013 Die Nachwehen haben nachgelassen und Lilly geht es besser. Den Welpen ging es von Anfang an gut. Einem Rüden mussten wir etwas auf die Sprünge helfen aber jetzt ist er schon genauso munter wie die Anderen und hat tüchtig an Gewicht zugelegt. Wir sind rund um die Uhr im Einsatz, es ist ja unser erster Wurf und da wollen wir alles richtig machen.
Meine Mutter hat schon öfter Labradore gezüchtet und stand uns während der Geburt und die ersten 14 Tage mit Rat und Tat zur Seite, sie wohnte sogar bei uns. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.
 Die Welpen werden von uns beobachtet: Heute sah ich, dass der mit gelb markierte als erstes die Witterung nach Lilly aufgenommen hat. Aber vielleicht hatte gerade er halt den meisten Appetit, nachdem Lilly zum Lösen draußen war. Die Welpennamen haben wir zwar schon festgelegt, aber noch nicht vergeben. Der Namen soll ja auch passen. Momentan heißen sie gelb, rot, blau usw. Nur unser Überlebenskünstler, den Lilly erweckt hat, den nennen wir Lucky. Mehr Bilder finden Sie in der Gallerie.

07.04. : Alle Welpen gedeien kräftig. Unser Schneewittchen zum Beispiel, das einzige Weibchen, hat von 371 auf 620g zugenommen.
Lilly ist jetzt nach der Geburt sehr schlank, die Welpen saugen sie förmlich aus, daher bekommt sie täglich viel Fleischbrühe und 3x soviel Fressen wie normal.

08.04.: Die letzten Tage und Nächte waren sehr anstrengend, da immer Einer von uns bei Lilly und den Welpen an der Wurfkiste saß, um die Welpen zu überwachen.
Nun möchte ich endlich von der Geburt erzählen:
Da Lillys Körpertemperatur täglich 3x gemessen wurde, wusste ich am 01.04 abends schon, dass es wohl bald losgehen würde. Die Temperatur war auf 37,3 gesunken. (Normal liegt sie bei 38) Ich hatte im Züchterseminar gelernt, dass ein Temperaturabfall um 1Grad ein Anzeichen sei, dass die Geburt in den nächsten 12 bis 24 Std. beginnen würde.
Am 02.04. nachts um 2 Uhr weckte mich Lilly mit Hecheln und Scharren.
Diese Vorwehen dauerten den ganzen Dienstag an, so dass wir gegen 18Uhr 30 zur Sicherheit zum Tierarzt fuhren. Es wurde ein Ultraschall gemacht und die Herztöne eines schon am Anfang des Geburtskanals liegenden Welpen gemessen. Die Tierärztin beruhigte uns, es sei alles in Ordnung, Lillys Muttermund habe sich noch nicht geöffnet, sie hätte halt Wehen…
So fuhren wir nach hause und ich versuchte neben der Wurfkiste zu schlafen.
Lilly war sehr anhänglich und kam zu mir auf die Matratze. Dort mit Handtüchern und Laken unterlagert bekam sie in meinen Armen unter einem lauten Schrei kurz nach 23Uhr den ersten Welpen. Es folgten in recht kurzen Abständen von 15 bis 25 Minuten die nächsten 3.
Es war kein Tierarzt zugegen, wir, bzw. Lilly hat das Alles unter großem Kraft und Schmerzaufwand allein geschafft.
Der 7. Welpe kam leider tot zur Welt, ich nehme an, Lilly hatte einfach nicht mehr genug Kraft ihn schnell genug heraus zu pressen. Wir haben noch alles versucht, ihn sogar abgesaugt und beatmet, gerubbelt, aber es war leider nichts mehr zu machen. Der Achte kam dann am gesund, der Neunte gegen 6Uhr40 er schien leblos, aber den hat Lilly jedoch mit ihrem kräftigen Lecken ins Leben geholt. Zunächst war er noch sehr schwach, aber mittlerweile ist er über den Berg.
An diesem morgen, der 03.04., kam der Tierarzt gegen halb10 um Hündin und Welpen zu untersuchen. Alle gesund! Gegen 10Uhr45 kam dann doch noch ein toter Nachzügler. Er hatte zu lange im Geburtskanal gelegen.
Seither wachen wir und schrecken bei jedem Stöhnen oder Quieken auf, dabei brauchen wir es eigentlich nicht, denn Lilly ist eine ganz tolle Mutter! Es sind für uns noch immer ungewohnte Geräusche.


09.04.: Alle Welpen haben vom 03.04. bis heute ihr Geburtsgewicht mehr als verdoppelt. Lilly versorgt sie sehr gut.

13.04.: Unsere Nächte werden ruhiger. Trotzdem habe ich mich noch nicht so richtig an die neue Geräuschkulisse gewöhnt: Es ist selten still: Es ächzt, stöhnt oder quietscht immer Einer. Die Welpen können wir stundenlang beobachten, sie sind zu süß!

18.04.: Vielleicht haben Sie ja Interesse die Farbkennungen den Namen zuzuordnen:
Rot : Arthur   Dunkelblau : Aik         Hellblau : Attila           Orange : Albin
Lila: Hündin Alija    Grün : Asterix   Gelb: Apollo      Ohne Kennung :  Atre`ju Atreju mit Strich überm e  ;)

20.04. : Albin und Apollo sind als Erste aus Versehen aus der Wurfkiste gekrabbelt. Sie können noch immer ihre Umgebung nur schemenhaft erkennen. Jetzt muß eine Klappe vor, damit die Welpen nicht in unser Wohnzimmer spazieren. Wobei, von Gehen kann da noch keine Rede sein, es ist eher ein unsicheres Wackeln auf vier Beinen, welches von ständigem Umkippen unterbrochen wird.

22.04. : Heute hatte ich den Eindruck, das Atre`ju mich erkannt und auf mich zu gestolpert ist, aber vielleicht war es auch nur Einbildung. Langsam und stetig werden die Welpen beweglicher. Sie stellen sich immer öfter auf alle vier Beinchen und wackeln durch die Wurfkiste.Heute dürfen alle ins Welpenzimmer umziehen, da bleibt die Klappe jetzt offen und fungiert als Rampe.

29.04. : Das Wochenende war sehr schön, denn die Welpen werden immer aktiver.
Ab dem 24.04. haben wir angefangen zuzufüttern. Am ersten Tag mittags  etwas Griesbrei und abends für jeden ein erbsengroßes Stück Tartar. Beim Grießbrei lief Arthur mit der Schüssel auf dem Kopf durchs Zimmer:)
Am 25.04. gab es morgens für jeden ca 2 Eßl. Haferschleim aus Schmelzflocken u Welpenmilch, mittags Griesbrei u abends für jeden schon 20g Tartar.
So steigerten wir jeden Tag und gestern bekamen sie dann das erste Mal aufgeweichten Hundefutterbrei.
Am abendlichen Tartar halten wir noch fest, jetzt schon 25g.
Sonntag früh waren die ersten Besucher-Interessenten hier. Wir 6 Erwachsenen saßen 2 Std. im Welpenzimmer auf dem Boden und beobachteten die Kleinen. Leider schlafen die Welpen noch viel und wir können noch keine ausgeprägten Charaktereigenschaften sehen. Atreju , der ja am Anfang so um sein Leben kämpfen mußte ist sehr neugierig und scheint nicht viel Angst zu haben. Er sonderte sich von der Gruppe ab und erkundete Maikes Zimmer.
Am 26.04. durften die Kleinen nach draußen. Es war sehr windig u frisch, deshalb erst einmal nur 15 Min.
Es wird täglich gesteigert.

02.05.: Heute haben wir den Welpenauslauf im Garten noch vergrößert. Die Welpen erkundeten eine große Rolle und liefen mutig durch.Sie werden immer munterer. Spielen jetzt schon mit Toilettenrollen und Ball, springen sich gegenseitig an und rennen tollpatschig los.

03.05.: Zu Rolle und Kletterstamm haben wir nun Schüsseln mit Wasser aufgestellt. Manche standen gleich mit allen vier Beinchen drin:) Maike ist in die Rolle gekrochen und wurde sofort von den Welpen attakiert. Sie sind sehr auf uns bezogen. Wo wir sind, sind auch sie, es sei denn, sie haben sich ein schönes Schlafplätzchen gesucht, dann sind sie nach Spiel und Fressen zu nichts mehr zu bewegen.

11.05. Da das Wetter so gut mitspielt, können wir die Tür vom Welpenzimmer tagsüber offen lassen. Die Kleinen finden selbst rein und raus, ganz wie es ihnen beliebt. Morgens komme ich durch den Garten zu den Rackern und alle laufen zu mir. Das ist sehr praktisch, da kommt "das Geschäft" gleich nach draußen.
Die Kleinen werden immer unternehmenslustiger und wir müssen aufpassen, dass die Tür zu Maike geschlossen bleibt. So manch einer hat schon einen Spaziergang durchs Haus gemacht;)
Damit sich die Welpen an den Staubsauger gewöhnen, saugen wir täglich den PVC ab. Dieses Geräusch kennen sie. Als jedoch ein Motorrad an unserem Garten vorbei fuhr, hat sich so mancher erschreckt. Na, da werden sie sich auch noch dran gewöhnen!
Leider ist mein alter PC defekt und ich muß mich erst an den Neuen gewöhnen. Deshalb sind auch noch keine Fotos hochgeladen. Tut mir Leid. Hoffentlich bekomme ich das noch hin.

12.05.: Heute haben wir alle Welpen in die Transportbox vom Auto gesetzt und sind an den 2 Min. entfernten See gefahren. Dort durften je 4 ( mit Aufsicht von uns 3 Erwachsenen) die große weite Welt erkunden. Alle waren sehr interessiert am großen Nass und erschnüffelten angstfrei die fremde Umgebung.

13.05.: Heute wollten wir mit den Welpen an der Leine spazieren gehen. Das ging nicht, denn sie müssen sich erst daran gewöhnen. Wir leinten sie kurzerhand ab und gingen ohne  das kurze Stück den Stichweg runter. Alle blieben bei uns. Es war ein niedliches Specktakel. Nun haben sie auch das Asphalttreten kennen gelernt.

15.05.: Bei dem schönen Wetter habe ich kleine Planschgefäße im Garten aufgestellt. Nur Apollo stand mit den Füßen drin, alle anderen wollten nur schnüffeln und trinken. Alija durfte mit mir ganz allein auf die Wiese. Sie fing Pusteblumen und fand es toll.

26.05.: Am Wochenende waren wieder Interessenten hier. Wir nehmen jetzt immer die Welpen einzeln aus dem Rudel und beobachten, wie er sich dem evtl. neuen" Herrchen u Frauchen" gegenüber verhält.
Mittlerweile kennen sie die Gegend und laufen auch mal voller Neugierde unter die Büsche.Wir waren wieder mit dem Auto unterwegs, damit sich die Kleinen daran gewöhnen.Leider lud das Wetter nicht in die Stadt ein, das ist unser nächstes Ziel.

07.06.: Es ist viel passiert:
Am 27.05 waren wir mit den Kleinen mit dem Auto am Bahnhof. Die Geräusche ließen sie unbeeindruckt.
Am 30.05 waren wir nocheinmal  mit dem Auto am See. Diesmalwaren alle schon mutiger, ich bekam leichte Panik, dass Apollo wegschwimmt und Maike mußte schnell  mit Stiefeln hinterher.
Am 01.06 wurden gleich 3 Welpen abgeholt und die Trauer war groß.Ohne Tränen ging es leider nicht und mir war das schon peinlich.Dabei sind wir sicher, dass wir wirklich gute, verantwortungsbewuste neue "Hundeeltern" ausgesucht haben. Mit Allen haben wir telefoniert und alle Welpen haben sich schon gut in ihrem neuen zuhause eingelebt.
Am 05.06. wurde Sally ( Alija) abgeholt. Da Maike so sehr an ihr hing hat sie schon Tage vorher sehr unruhig geschlafen und mußte arg mit ihren Gefühlen kämpfen. Aber auch hier sind wir 100% sicher, dass Sally ein wunderschönes zuhause bekommen hat.2.06.  Am 05.06. war eine Interessentin hier und hatte sich Arthur ausgesucht. Er heißt jetzt Caro. Plötzlich waren mehrere Anfragen nach einem Rüden und wir konnten uns mit gutem Gefühl jetzt auch von Atreju trennen. Er wird am Wochenende abgeholt. Dann haben wir nur noch Caro, ihn dürfen wir noch bis 28.06. behalten;). Aber vergeben ist auch er. Da ist dann unser Heim wieder einsam und verlassen...:(

28.07. Nach der Trennung von Caro bekamen wir zum Glück erst einmal für 2 Wochen die 8 jahre alte Labradorhündin meiner Eltern zu Besuch in Pflege.
Wir besuchten schon Apollo und Sally. Beide haben ein schönes neues Zuhause und super-liebe neue Familien gefunden. So nach und nach wollen wir alle mal besuchen. Wir stehen noch immer in Kontakt und genießen die Berichte über das Heranwachsen und Lernen sehr. Alle Welpen können nun schon "Sitz" und kommen auf  "Hier".
Nach Abgabe  der Pflegehündin Finja kam dann nach einer Woche  Lillys Sohn Socke. Er ist mächtig gr0ß geworden und ist schon fast stubenrein. Nur einmal passierte ein kleines Maleur und da waren wir wohl selbst Schuld: Nach dem Spielen muß er halt raus:)
Tja, heute ist er leider wieder abgeholt worden und es kehrt langsam Ruhe ein. Lilly ist wieder ganz die "Alte" spielt und jagd über die Wiesen. Das Gesäuge hat sich sehr gut zurück gebildet und auch ihr Fell glänzt wieder. Sie benimmt sich eher wie 1 Jahr und nicht wie 3, aber auch das ist gut so.

Ende November 2013 hatten wir unser "Welpentreffen". Es fand am Eixer See statt und es haben 6 von den 8  "Kindern" von Lilly  mit ihren neuen Besitzern teilgenommen.
Der Tag verging viel zu schnell. Die Bilder der sich jagenden, spielenden Hunde werden mir ewig im Gedächnis bleiben. Es war so schön zu sehen, wie gut es jeder getroffen hat und wie toll die Hunde schon auf ihre Herrchen und Frauchen reagieren. Rundherum ein wunderschöner Tag.

Auch im März 2015 trafen wir uns erneut wieder, um gemeinsam zum Eixer See zu fahren.
Die Hunde sind erwachsen geworden. Es war schön ansehen zu können, dass alle glücklich sind.
DANKE für die Teilnahme!!!!!!!

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